Du kannst es nicht allen recht machen

Wann immer wir mit Menschen zusammenarbeiten ist es essenziell, dass wir uns auf gemeinsame Normen und Werte einigen. Diese müssen sich nicht decken, aber sie sollten in einer gemeinsamen Skala liegen, die sich nicht bis ins Mark widersprechen.

Angelegt ist dies bereits in unserer frühen Kindheit. Wir lernen dann, zu gefallen. Denn das hat es uns erleichtert, die Dinge zu bekommen, die wir gerade wollen. Wir haben gelernt, dass unsere Bedürfnisse dadurch etwas schneller und besser bedient werden.

Was im Kindesalter ein wichtiges Instrument war, kann uns vor allem in der Führungsaufgabe auf die Füße fallen. Zumindest, wenn wir den echten Mechanismus dahinter nicht verstehen.

Ein Teilnehmer meines letzten Trainings drücke es so aus: „Ich muss oben gemocht werden – und ich muss von meinem Team gemocht werden. Sonst habe ich keine Chance.“
Aber darin steckt die Gefahr, es allen recht machen zu wollen. Und da sich die Anforderungen von „oben“ (die Organisation) und von „unten“ (das eigene Team) oft widersprechen, kann dieses Vorhaben nur scheitern. Wir sprechen hierbei häufig auch von der Sandwich-Position.

Was oft in einer weit auseinander liegenden Polarität angelegt ist, lässt sich also eher nicht gleichermaßen bedienen. Wer hier seine Authentizität aufgibt – um allen zu gefallen – verliert sich selbst. Manchmal ist es also die wichtigste Aufgabe einer Führungskraft bewusst anzuecken. Zumindest dann, wenn es aus der Vogelperspektive dem großen Ganzen dient.
Und das bedeutet nicht, ungerecht zu sein, oder andere nicht wahrzunehmen. Aber das eigene Verbiegen führt am Ende nur dazu, dass man keiner Seite gerecht werden kann und sich dabei selbst verliert.