Jan-Peter Vetter | Zertifizierter Trainer

Klarheit – Dankbarkeit – Selbstliebe

Unerledigte Dinge: Warum sie dich mehr belasten als gedacht

Es gibt Dinge, die wir seit Wochen erledigen wollen. Ein Anruf, eine Entscheidung, eine Antwort, eine kleine Reparatur oder ein Gespräch, das längst geführt werden müsste. Für sich genommen erscheint vieles davon nicht besonders wichtig. Trotzdem tauchen diese offenen Punkte immer wieder in unseren Gedanken auf. Vielleicht liegt die eigentliche Belastung deshalb weniger in der Aufgabe selbst, sondern darin, dass wir uns immer wieder neu mit ihr beschäftigen.

Warum offene Dinge so hartnäckig bleiben

Aufschieben fühlt sich zunächst nach Entlastung an. Du musst dich jetzt nicht entscheiden, kein unangenehmes Gespräch führen und dich nicht mit einer Aufgabe beschäftigen, auf die du keine Lust hast. Das Problem verschwindet dadurch allerdings nicht. Beim nächsten Gedanken daran beginnt die Entscheidung erneut: Mache ich es jetzt oder später? So kann eine Aufgabe, die vielleicht nur wenige Minuten beanspruchen würde, über Wochen immer wieder Aufmerksamkeit bekommen.

Deshalb lohnt es sich, bei offenen Dingen nicht allein nach ihrer Dringlichkeit zu fragen. Eine zweite Frage kann hilfreicher sein: Wie oft beschäftigt mich diese Sache bereits? Wenn ein kleiner unerledigter Punkt ständig wieder in deinen Gedanken auftaucht, bekommt er möglicherweise mehr Bedeutung, als sein tatsächlicher Aufwand rechtfertigt. Dann kann es sinnvoll sein, ihn bewusst zu erledigen, zu terminieren oder zu entscheiden, dass du ihn gar nicht mehr machen wirst.

Auch eine bewusste Absage schafft Klarheit

Nicht jeder offene Punkt muss erledigt werden. Vielleicht steht etwas seit Monaten auf deiner Liste, weil du glaubst, dass du es irgendwann tun solltest. Trotzdem entscheidest du dich jedes Mal dagegen. In solchen Fällen kann die sinnvollste Lösung darin bestehen, die Aufgabe bewusst zu streichen. Ein klares Nein zu einer alten Absicht kann entlastender sein als ein weiteres „später“.

Nimm dir gelegentlich einige Minuten und schau auf die Dinge, die du schon länger vor dir herschiebst. Entscheide bei jedem Punkt möglichst konkret: erledigen, einen festen Zeitpunkt bestimmen oder streichen. Dabei geht es nicht darum, möglichst produktiv zu werden oder jede offene Aufgabe sofort abzuarbeiten. Es geht darum, weniger Entscheidungen unnötig offen zu lassen. Denn auch die Entscheidung, etwas nicht zu tun, kann eine gute Entscheidung sein.

Fazit

Unerledigte Dinge werden oft deshalb belastend, weil wir immer wieder über sie nachdenken müssen. Du musst deshalb nicht alles sofort erledigen. Entscheidend ist, aus einem dauernden „irgendwann“ häufiger eine klare Entscheidung zu machen: jetzt, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder gar nicht.