Es gibt Entscheidungen, bei denen wir erstaunlich schnell nach einer guten Begründung suchen. Warum möchtest du lieber zu Hause bleiben? Warum willst du etwas verändern, obwohl doch alles funktioniert? Warum gibst du Geld für etwas aus, das anderen unwichtig erscheint? Hinter solchen Fragen steckt oft die Vorstellung, dass ein persönlicher Wunsch erst dann berechtigt ist, wenn er sich vernünftig erklären lässt. Dabei darf etwas auch deshalb wichtig für dich sein, weil du es möchtest.
Nicht jeder Wunsch braucht eine gute Begründung
Im Alltag gibt es natürlich Entscheidungen, die andere Menschen betreffen und deshalb gemeinsam besprochen werden müssen. Doch vieles betrifft zunächst dich selbst. Welche Musik du hörst, womit du deine freie Zeit verbringst, welche Menschen du gerne triffst oder welches Ziel du verfolgen möchtest, muss nicht von anderen verstanden werden. Trotzdem beginnen wir häufig zu erklären, warum uns etwas gefällt oder wichtig ist, sobald jemand unsere Entscheidung hinterfragt.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, darauf zu achten, wann du eine Erklärung gibst, obwohl eigentlich keine notwendig wäre. Frage dich: Erkläre ich gerade meine Entscheidung oder versuche ich, mir die Zustimmung meines Gegenübers zu sichern? Dieser Unterschied ist wichtig. Du kannst anderen deine Beweggründe erklären, weil du möchtest, dass sie dich besser verstehen. Du musst daraus aber keine Verteidigung deiner eigenen Wünsche machen.
Zustimmung ist nicht dasselbe wie Verständnis
Andere Menschen werden manche deiner Wünsche nicht nachvollziehen können. Das ist zunächst kein Problem. Menschen haben unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben gestalten möchten. Schwieriger wird es, wenn du die Zustimmung anderer brauchst, bevor du dir selbst erlaubst, einen Wunsch ernst zu nehmen. Dann entscheidet irgendwann das Urteil deines Umfelds darüber, was du dir zugestehst.
Du kannst lernen, eine andere Meinung stehen zu lassen, ohne deine eigene Entscheidung sofort infrage zu stellen. Ein einfaches „Mir ist das wichtig“ kann manchmal eine vollständige Antwort sein. Natürlich darfst du deine Wünsche weiterhin prüfen und verändern. Entscheidend ist, dass du das aus deinen eigenen Gründen tust und nicht deshalb, weil jemand anderes sie nicht überzeugend findet.
Fazit
Nicht jeder persönliche Wunsch braucht eine Erklärung, die andere Menschen überzeugt.
Solange deine Entscheidung nicht auf Kosten anderer getroffen wird, darf auch dein eigenes Empfinden ein guter Grund sein. Vielleicht musst du deshalb nicht immer besser erklären, was du möchtest, sondern dir selbst häufiger erlauben, es ernst zu nehmen.

