Ein freier Nachmittag liegt vor dir und schon beginnt die Planung. Du könntest Sport machen, etwas erledigen, Freunde treffen, endlich ein Buch lesen oder dich um Dinge kümmern, die während der Woche liegen geblieben sind. Selbst Erholung bekommt schnell einen Zweck. Am Ende ist die freie Zeit gut gefüllt, aber möglicherweise kaum noch frei. Dabei muss nicht jede Stunde ein sichtbares Ergebnis haben, damit sie wertvoll war.
Wenn selbst Freizeit zur Aufgabe wird
Viele Dinge, die wir in unserer Freizeit tun, machen uns Freude. Problematisch wird es erst, wenn daraus eine weitere Liste entsteht, die abgearbeitet werden soll. Dann wird der Spaziergang zum notwendigen Ausgleich, das Buch zum Bildungsprogramm und der freie Samstag zur Gelegenheit, endlich alles nachzuholen. Was eigentlich Raum schaffen sollte, bekommt plötzlich wieder Erwartungen und Ziele.
Achte einmal darauf, wie du einen Tag bewertest, an dem du wenig gemacht hast. Entsteht schnell das Gefühl, die Zeit verschwendet zu haben? Dann frage dich: Woran messe ich eigentlich, ob freie Zeit gut genutzt war? Vielleicht muss die Antwort nicht immer darin bestehen, was du erledigt, erlebt oder erreicht hast. Auch ein Nachmittag ohne besonderes Ergebnis kann genau das gewesen sein, was du gebraucht hast.
Langeweile muss nicht sofort beseitigt werden
Sobald nichts ansteht, greifen wir schnell zum Smartphone, schalten etwas ein oder suchen nach einer Beschäftigung. Ein paar Minuten ohne Aufgabe fühlen sich ungewohnt an. Dabei musst du diese Lücke nicht sofort füllen. Du kannst eine Tasse Kaffee trinken, aus dem Fenster schauen, auf dem Balkon sitzen oder eine Weile überhaupt nichts Besonderes tun.
Das klingt unspektakulär, und genau darin liegt der Unterschied zu vielen anderen Aktivitäten. Es gibt kein Ziel und nichts, was anschließend vorgezeigt werden kann. Vielleicht merkst du dabei sogar erst, worauf du wirklich Lust hast. Freie Zeit gibt dir diese Möglichkeit allerdings nur, wenn du ihr gelegentlich erlaubst, tatsächlich frei zu bleiben.
Fazit
Du musst deine Freizeit nicht optimieren.
Natürlich darfst du Pläne machen und Dinge unternehmen, auf die du dich freust. Aber ein freier Tag ist auch dann nicht verloren, wenn am Ende wenig zu erzählen und nichts abzuhaken ist. Zeit darf einen Wert haben, obwohl du nichts aus ihr gemacht hast.

